Wer glaubt gut zu sein, hört auf besser zu werden.

„Wer glaubt gut zu sein, hört auf besser zu werden“ hat mich durch meine ersten 10 bis 15 Berufsjahre getragen. Das war mein Mantra. Ich war immer sehr streng mit mir. Mein Chef war es auch.
Ich fühlte mich nie gut genug. Hörte nicht auf besser zu werden. Ich bin in diesem Kampf sehr gewachsen. Auch wenn es eine irre harte Zeit war. Ich habe nächtelang an einer einzigen Copy gefeilt (Fließtext auf Werbeanzeigen, meist nicht länger als 4 Zeilen), habe wochenlang Radiospots geschrieben: 99 für die Tonne,  einen fürs Radio. Habe mir Schimpftiraden über mich und meine Leistung angehört. Habe böses Magenweh kennengelernt.
Verrückt irgendwie.
Ungesund – auf jeden Fall.
Aber trotzdem nicht umsonst.

Die harte Tour war verantwortlich für das, was ich heute kann.

Strenge kann Früchte tragen, aber es ist ein schmaler Grat bis die Sache kippt.
Wenn man immer auf der Reise ist, niemals irgendwo ankommt, dann wandelt sich Motivation irgendwann in Frustration. Dann wird aus gesund, krank. Ich behaupte nicht, dass man sich auf Lorbeeren ausruhen soll, aber ein bisschen drauf rasten ist sicher nicht verkehrt.

Wenn ich in alle den Jahren des geistigen Bikram Yoga etwas gelernt habe, dann, dass man ab und zu auch ein bisschen locker zu sein sein darf. Um nicht zu sagen richtig nett. Verhätscheln sollte man sich. Jawohl. Und zwar täglich zwischendurch mal.
Es ist durchaus okay, wenn Arbeit Spaß macht.
Ich verrate euch noch etwas: Es kann sogar äußerst förderlich sein – für die Arbeit und für sich selbst.

Das hier geht raus an alle, die ständig glauben nicht genug zu sein.
Hört auf damit!

 

Ein Gedanke zu “Wer glaubt gut zu sein, hört auf besser zu werden.

  1. …richtiger kann man die worte nicht mehr treffen um das zu beschreiben was du eben beschreibst. das leben ist ein permanenter fluss, ein fluss an sich zu arbeiten, ein fluss es verdammt gut zu machen, ein fluss um an sich zu feilen, ein fluss seine grenzen kennen zu lernen. für manche sind die grenzen weiter für manche so eng, dass es fast an verschwendung und sturheit grenzt. egal. fakt ist auf der einen seite ist die permanenter anstrengengung und auf der anderen seite sich aufgeben und irgendwo dazwischen liegt dieses verdammt geile gefühl der entspannung, dieses gefühl des flows, dieses gefühl es einfach locker anzugehen ….

    danke für den tollen text!

    Gefällt 1 Person

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