Alltagsschnipsel.

Keine Zeit I.
5 Minuten vor einem Kundentermin erreichte mich eine SMS: ‚Sie ist gerade gestorben.‘
Die Tränendüsen öffneten in Sekundeneile ihre Schleusen. Es war zu spät um etwas zu verhindern. Ich flennte und sorgte mich gleichzeitig um meinen Mascara. Nicht, weil ich eitel bin. Sondern weil ich nicht wollte, dass Schwäche zeigen genau jetzt sein musste.

Keine Zeit II. 
Ich bekam ich tatsächlich schnell in den Griff. 5 Minuten. Der Mascara verriet mich nicht. Ich verschob das Traurigsein. Auf nach der Arbeit.
Wo keine Zeit war, weil ich zu spät weg kam.
Na gut, dann auf den Abend.
Was auch nicht gelang, weil ich nach der Arbeit diretissima und trotzdem zu spät zu einer Verabredung kam und nach dieser nächtens einfach komatös ins Bett fiel.
Also auf den nächsten Morgen … an dem die Tochter 10 Minuten nach mir in der Küche stand …
Das Leben schleift dich weiter, immer weiter. Als drängst du dich mit tausend Touristen durch die römische Innenstadt. Kurz denkst du dir: Da war doch was? Der Tod kommt immer so ungelegen.

Stolz.
Meine Tochter kann Fahrradfahren. Eventuell nichts Besonderes. Fast jeder über 4 Jahre kann das.
Aber in ein Gesicht zu sehen zu können, dass vor Freude bis über beide Ohren und die Nasenspitze hinaus strahlt, weil es etwas geschafft hat, von dem es nicht dachte, dass es das schaffen könnte – da reißt das Herz die Hände in die Luft und schwenkt ein Feuerzeug. Yay. Wahnsinnsmoment. Pipi in den Augen. Schon wieder.

Fremdstolz.
Ein paar Tage nach der Tochter hatte auch der kleine beste Freund dieses Honigkuchenpferdgrinsen drauf. Er lernte Fahrradfahren. Von einen Tag auf den anderen. Obwohl er monatelang felsenfest behauptet hatte, er würde das erst probieren, wenn er soooo groß ist. Dabei deutete er mit den Händen eine Statur von etwa 10 oder 12 Jahren an.
Ich freute mich mit ihm. Mit seinen stolzen Honigkuchenpferdeeltern. Pipi in den … ach mein Gott. Was ist nur los?

Veränderung.
Es bewegt sich gerade wahnsinnig viel. In meinem eigenen Mikrokosmos und in der großen, weiten Welt. Ich beobachte die Veränderungen mit einer Mischung aus abwartender Haltung und unruhestiftender Nervosität. Gerne verwende ich ein beschwichtigendes, laut gedachtes ‚Alles wird gut‘. Ich hoffe, ich werde recht behalten.

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