52 Hours Budapest.

In Zeiten wie diesen besuchten wir Ungarn mit gemischten Gefühlen. Demokratie und so. Aber ich will das hier nicht weiter vertiefen, ich erzähle euch über unsere kleine Reise in die Vergangenheit. So fühlt sich Budapest nämlich an. Wie eine Stadt aus einer anderen Zeit.

Warum Budapest?
Ich bin eine Städte-Reisende. Nichts gegen ein paar faule Tage am Strand, aber die Metropolen Europas (und der Welt) locken mich noch weit mehr.
Als Kind reiste ich mit meinen Eltern immer sehr weit weg. Als Erwachsene reizte mich die Nachbarschaft. Europa: London, Rom, Berlin, Nizza, Cannes, … und jetzt, jetzt grase ich mal alles Umliegende ab. Im Herbst war’s Prag und diesmal eben Budapest. Ich habe mir sagen lassen, dass Budapest eine Mischung aus Wien, Prag und Paris sei. Da hatten sie mich schon. Ich liebe alte Häuser. Schmiedeeisene Handläufe und Balkongeländer. Bunte Fliesen. Ein Hoch auf den Jugendstil. Üppige Ornamente, Verzierungen, Stuck und hier und da noch ein Türmchen und Giebelchen. Jugendstil ist fast übertrieben schön, aber nie kitschig. Budapest ist voll davon. Voll von Ornamenten und baulichem Tamtam. Das macht auch gar nichts, wenn da und dort ein bisschen Fassade bröckelt. Insofern machte Budapest es mir leicht.

Warum Ende April/Anfang Mai?
Die besten Zeiten zum Städtereisen: Frühling und Herbst. Ich hab’s auch schon im Hochsommer probiert (Rom) und im Winter (Berlin). Glaubt mir, ist nur der halbe Spaß. Der April 2017 war zwar eisig kalt, aber Budapest hieß uns mit um die 15 bis 20 Grad willkommen. Das war okay. Mit Sonnenplatz vorm Starbucks waren’s gefühlt auch schon mal 28 Grad.

Budapest mit Kind? Ja!
In Ungarns Hauptstadt gibt es an jeder Ecke schöne und saubere Spielplätze mit allem, was das Kinderherz begeistert. Wir haben bei unseren Fußmärschen immer Sightseeing mit Spielplatz abgewechselt, lag automatisch alles abwechselnd am Weg. Das Kind war glücklich. Und die Mutti auch.
Die Ungarn sind ein sehr freundliches und zuvorkommendes Volk. An Zebrastreifen bleiben die Autos sofort stehen. Wenn man fragend durch die Gegend schaut wird man schon mal gefragt ob man behilflich sein kann. Insbesondere Kindern gegenüber sind die Ungarn sehr nett und entgegenkommend.

Was anschauen?
Auf unserer Touristen-Listen können wir Folgendes abhaken: Fischerbastei, Kettenbrücke, Parlament, Große Markthalle, Zahnradbahn (aber nur zugeschaut), Schuh-Denkmal, Magarenteninsel … hab ich was vergessen?
In Budapest gibt es sehr viel zu sehen. Das meiste davon (oder sogar alles?) ist zu Fuß gut erreichbar. Mit einem 4-jährigen Kind dauert es naturgemäß etwas länger. Mit Zwischenstopps bei Spielplätzen sogar noch länger. Darum haben wir in 52 Stunden gerade mal einen kleinen Teil der Sehenswürdigkeiten geschafft. Aber das, was wir gesehen haben, hat überzeugt.
Tipp bei der Fischerbastei: Man zahlt für die Kirche, den Glockenturm und die Befestigungsmauern (mit Traum-Ausblick) Eintritt. Bei der Befestigungsmauer gibt’s aber auf Höhe vom Starbucks freien Zugang. Macht also nicht den gleichen Fehler wie wir und bezahlt gleich beim Eingang, um beim Ausgang zu merken, dass es den Ausblick auch kostenfrei gegeben hätte.

Wo wohnen?
Unsere Unterkunft war gemütlich, geräumig, kreativ eingerichtet, günstig und dann noch mitten im Herzen der Stadt. Was will man mehr als ein Designapartment hier?

Sonst noch Tipps?
#1 Das Szamos schräg gegenüber vom Parlament. Bestes Café mit den feinsten Kuchen und Torten und sogar einem Schokoladenmuseum. Unbedingt gönnen.
#2 Ocean Bar Lustige Themenbar mit Sandstrandboden. Leider sind die Getränke billiger Fusel und die Deko auch. Aber dem Kind hat das Buddeln im Sand gefallen.
#3 Gratis Radverleih. Überall in Budapest. Man braucht nur ein App oder ein Telefon. Bestimmt super. Nur leider ohne Kindersitz, darum konnten wir’s nicht testen.
#4 Gozsdu Weekend Market Die Gozsdu Höfe sind mit den Hackeschen Höfen in Berlin vergleichbar. Am Wochenende findet dort ein Trödel- und Flohmarkt statt. Da bekommt man alles von handgenähten Designertaschen bis zu Polaroid Kameras und Soldatenhelmen. Ab ca. 10.00 oder 11.00 Uhr kann man dort auch herrlich frühstücken. Ein kleiner, gepflegter Geißler bietet „everything you might need“.

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Unser Badezimmer. Ein bisschen wie alles in unserem Themen-Apartment „Bike“
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Blick von der Fischer Bastei aufs Parlament

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Bei den Engländern abgeschaut.
Der Palace of Westminster schaut dem Ungarischen Parlament zum Verwechseln ähnlich. Endlich weiß ich, warum ich ständig an London denken musste und mich dieses Gebäude so gefesselt hat. Der Stil nennt sich neugotisch – ich war also gar nicht so weit weg mit gotisch und/oder venezianisch.

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London. Quelle: Wikipedia
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Und zum Vergleich: Ungarn.

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