Wege zum Glück. #nordicolinz

Glück. Was ist das überhaupt?
Ich habe vor langer Zeit einmal eine großartige Kolumne von Harald Martenstein über das Glück gelesen. Die einzig brauchbare Definition von Glück lautet für den ZEIT-Autor: „Du bist in der Lage, dich an dem zu erfreuen, was bei dir gut läuft. Den ganzen Rest kannst du vergessen. (…) Die Suche nach dem perfekten Leben ist die sicherste Methode, unglücklich zu enden.“
Er sagt auch: „Glück muss wahnsinnig langweilig sein. Jemand ist Fan, sagen wir, von Bayern München. Wenn Bayern München jahrelang immer nur gewinnt, bedeutet dies für den Fan anfangs die pure Euphorie, später ist es angenehm, aber dann wird es, ganz allmählich, sehr, sehr traurig. Die Siegesfeiern werden immer routinierter, bis schließlich keiner mehr freiwillig hingeht.“
Sein Text hat sich eingebrannt. Denn ich glaube auch: Glück ist nichts Dauerhaftes. Glück lässt sich nicht erhalten, nur weil man versucht einen Glücksmoment unnatürlich in die Länge zu ziehen. Glück braucht das Unglück (oder sagen wir die Normalität, die Flaute) um überhaupt als etwas Besonderes wahrgenommen zu werden.
Bam, das ist es. Glück ist nur was Kurzes. Was Seltenes. Und gerade deshalb so begehrt.
Was’n Glück, dass das Internet nicht vergisst. Hier könnt ihr die ganze Kolumne von Martenstein nachlesen.

Aber was fasle ich hier groß vom Glück?
Gibt’s einen Anlass?
Ja, den gibt es:

Wer das Glück sucht, kann es jetzt in Linz finden.
„Wege zum Glück – Linz neugedacht und selbstgemacht“ heißt die heute frisch eröffnete Ausstellung im Linzer Nordico.
Worum geht’s? Gezeigt werden die Projekte und Ideen Linzer SelbermacherInnen und Neudenkerinnen rund um Nachbarschaft, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit, Upcycling und Nutzung von urbanem Raum. Was das Ganze mit Glück zu tun hat?
Mir schwirrte folgender Kopf im Satz: „Glück ist hausgemacht“
Was die Menschen hinter den gezeigten Projekten eint: Sie haben ihr Glück selbst in die Hand genommen. Entweder als Tätigkeit, die sie selbst glücklich macht. Oder sie haben eine Initiative gestartet, die auch andere glücklich macht (Nachbarschaftshilfe, Hilfe für Asylwerbende, …)


35 Projekte – aber deines fehlt?
Viele der 35 vorgestellten Projekte waren mir persönlich nicht neu. Frau Klarer, Papplab, Nähküche, Raumschiff, Soma Sozialmarkt, … ich hab mich gefreut, die Initiativen im Nordico wiederzusehen. Es war aber auch viel Neues dabei. Die Raubdruckerin zweckentfremdet die Kanaldeckel großer Städte als Druckmotive für T-Shirts, Beutel und so. (!) Frag Nebenan, das geniale Nachbarschaftshilfe-Netzwerk und natürlich RaumWagen, der Raumwagen der Raum wagt. Zu deutsch: Ein umgebautes Feuerwehrauto, ein mobiler Raum, der zu einem Ort für Begegnung und Austausch geworden ist.
Wer selbst ein Linzer Projekt aus einem der Themenbereiche am Laufen hat und der Meinung ist, dass dieses ein Weg zum Glück ist, der kann sich bewerben und stoßt eventuell bald als eines von 3 weiteren Projekten zur Ausstellung. Einreichungen bis zum 6. Juli an nordico@nordico.at

Glück zum Mitmachen: Glückswerkstätten.
Auf seinem Weg durch die Ausstellung kann man diese und weitere Projekte kennenlernen. Viele der Initiativen laden im Rahmen der „Wege zum Glück“-Ausstellung zu Glückswerkstätten ein. Man kann man Frau Klarer Betonhocker gießen und mit Emma, der Raubdruckerin aus Berlin, T-Shirts bedrucken. Termine liegen als Postkarten zum Mitnehmen im Museum auf. Mehr Infos und Anmeldung zu den Glückswerkstätten gibt’s auch hier.


Danke, dass ich beim Instawalk dabei sein durfte und vorab in Linz das Glück suchen durfte. Die Führung war wunderbar und das Buffet von der Gerberei echt lecker.

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„Wege zum Glück – Linz neugedacht und selbstgemacht“
Nordico Linz, 9. Juni bis 5. November 2017

NORDICO Stadtmuseum Linz
Dametzstraße 23
4020 Linz

 

Ein Gedanke zu “Wege zum Glück. #nordicolinz

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