Große Fotoliebe: Meine neue alte Polaroid.

Dieser Moment, wenn deine Kamera nach dem Auslösen mechanische Geräusche macht und dann ein quadratisches Sofortbild ausspuckt. Du starrst gespannt wie ein Sonnenschirm auf die Schlieren am Bild, die sich binnen weniger Minuten in eine Fotografie verwandeln. Der vorletzte dieser Momente ist bei mir 20 oder 25 Jahre her. Der letzte 20 Minuten. Ich habe mir einen brennenden Wunsch erfüllt. Ich habe am Flohmarkt eine alte (funktionierende!) Polaroid Kamera erstanden. Ich fühle mich wie ein kleines Kind am Weihnachtstag.

Ich hatte schon als Kind eine Sofortbildkamera …
… aber selten Filme dafür. Denn die waren damals schon teuer. Und darum bekam ich die nicht einfach so, sondern immer nur zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Ergo bin ich mit den 10 Sofortbildern pro Film sehr sparsam umgegangen. Außer einmal, da habe ich den Fernseher fotografiert, um ein Bild von MacGyver zu haben.
Heute würde man ja einfach Bilder googeln, aber „damals“, in den 90ern, da war die Welt noch eine digitale Jungfer.

Die Geschichte des Polaroids
Der Chemiker und Physiker Edwin Herbert Land ist der geistige Vater der Polaroids. 1948 kam seine erste Kamera („Land Camera Model 95“) auf den Markt, die Sekunden nach dem Auslösen ein fertiges Bild auf Papier lieferte. Er packte ein gesamte Fotolabor in eine handliche Kamera. Eine Sensation! Land wird nachgesagt, dass er so hartnäckig an der Realisierung seiner Ideen arbeitete, dass er öfter sogar vergaß zu essen oder seine Kleidung zu wechseln. Ich kann mir den Herrn lebhaft vorstellen.
Damals und heute lieben die Menschen den typischen blassen Farbstich der Sofortbilder. Auch wenn die Firma Polaroid nie mit dieser Eigenheit ihrer Bilder warb.

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Impossible Project
Polaroid meldete übrigens 2008 Insolvenz an. Die Firma Impossible übernahm die ehemalige Polaroid-Filmfabrik in Enschede, Niederlande, um neue Filmmaterialien für die traditionellen Sofortbildkameras zu produzieren. Da eine Reihe von ehemaligen Zulieferern notwendige Vorprodukte nicht mehr herstellen, musste die Zusammensetzung der Filme mit Unterstützung von Ilford zum Teil neu entwickelt werden.*
Den ganzen Stuff, auch die hübschen Bilder mit schwarzem Rahmen oder metallischen Frames, gibt’s hier.

*Quelle: Wikipedia

Gewusst, dass man Polaroids gar nicht schütteln soll?
Diese Bewegung ist so gelernt, wie das Schütteln der Hände, nachdem man Nagellack aufgetragen hat. Beides ist sinnfrei. Bei Polaroids kann man mit dem Fächern sogar Schaden anrichten. Besser: Don’t shake it and let the magic happen.

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2 Gedanken zu “Große Fotoliebe: Meine neue alte Polaroid.

  1. Oh wie schön 🙂 Ich glaube, ich sollte auch mal auf Flohmärkten nach Polaroid Kameras Ausschau halten, denn ich wollte schon immer eine haben. Einzig das Argument, dass die Filme dafür so teuer seien, hat mich bisher davon abgehalten. Liebe Grüße

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    1. Ich habe lange geschaut, aber die Geduld hat sich ausgezahlt. Die Filme sind sehr teuer, dafür überlegt man sich jedes Foto dreimal. Das finde ich schön – besonders im Gegensatz zu den Digitalkameras wo man 300 Fotos schießt und dann ein einziges nimmt. Wer überlegt sich denn da noch ein richtig gutes Bild?
      Liebe Grüße!

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