Let’s make some memories – Warum ich nun doch ganz spontan Urlaub buchte. Einen ziemlich guten.

Ich bin ziemlich gut im Verdrängen eigener Bedürfnisse. Speziell was Urlaub betrifft. Ich denk mir immer: Ach, ich bleib einfach zu Hause. Ich bin eh viel zu kaputt nach all den stressigen Monaten. Das Geld steck ich lieber ins Haus. Und wenn ich dann einfach nur zuhause bleibe, sehe ich bald die ganze über Jahr liegen gebliebene Arbeit und wische am Ende Küchenkastln oder male aus. Den Rest der freien Zeit mach ich Kinderanimation. Erholung sieht anders aus, nicht wahr?

Dieses Jahr rief eine innere Stimme zuerst ganz leise und dann immer lauter: „Hey, hau einfach ab. Nur für eine Woche. Hab eine Gute Zeit. Make some memories.“
Was man im Urlaub erlebt, kann einem keiner mehr nehmen. Genau das machen wir jetzt. Mein Mädchen und ich, wir setzen uns demnächst in ein Flugzeug gen Süden. Jihhaaa. Das ging jetzt irgendwie ganz schnell. Also, meine liebe innere Stimme, sieht so aus als bekommst du was du willst.

Wir fliegen auf eine Insel, in ein fantastisches Hotel, mit Kinderprogramm, Büffet, Appartement, Pool, Meer, Dörfern, Städten, allem. So gut ließ ich es mir schon ewig nicht mehr gehen.

Warum ich seit ich erwachsen bin immer Low Budget verreiste und jetzt, mit 36, das erste Mal bequem werde.
Zum Glücklichsein braucht es nicht viel. Gute Freunde, gute Laune, Sommer und Zeit. Seit ich mir meinen Urlaub selbst bezahle, war das das Wichtigste. Bei der Unterkunft achteten wir sehr auf den Preis, reisten sehr oft selbst mit dem Auto an. Als das erste Kind ganz klein war, blieben wir oft nur 4 Tage weg. Davon war einer An- und ein anderer Abreise. Wie gesagt, echte Erholung war’s nicht immer – aber es machte Spaß und glücklich. Ich trage viele schöne Erinnerungen mit mehr herum, bei denen mir ganz warm ums Herzerl wird.
Ich weiß auch nicht, liegt es am Alter? Oder am Grad meiner Angespanntheit? Dieses Jahr konnte ich mir weder eine lange Autofahrt noch Selberkochen im Apartment vorstellen. Mein Ziel war in der Heimatstadt in ein Flugzeug zu steigen, am Zielort abgeholt und beim Hotel abgesetzt zu werden. Das Gleiche dann 7 Tage später in umgekehrter Reihenfolge. Vor ein paar Jahren hätte soviel Anti-Abenteuer Übelkeit verursacht, doch nun scheint es reizvoll. Wie gesagt: eine Alterserscheinung?

Ich habe jetzt doch schon viele Jahre Urlaubs-Erfahrung gesammelt und dachte mir, schreib ich die Für und Widers der Möglichkeiten, die ich schon alle durchhabe, für euch auf. Seht ihr das ähnlich? Oder habt ihr andere Erfahrungen gemacht?

Airbnb – Pro und Contra:
Vorteile: Ich hab jetzt schon 2 oder 3 Mal bei fremden Leuten eingecheckt, es war jedesmal etwas Besonderes. Man macht Urlaub in einem Zuhause. Nicht das eigene, aber dennoch ein Zuhause. Das ist 1000 und 1 zu einem unpersönlichen Hotel. Weiterer Vorteil: Es kostet einen Bruchteil von einem Hotel. Und machmal mietet man dabei ein ganzes Haus.
Nachteil: Niemand kocht für dich im Urlaub, es gibt auch kein Frühstücksbüffet. Darüberhinaus bleibt bis zum Bezug der Unterkunft der Nervenkick: Wird denn auch wirklich alles klappen?

Mit dem Auto nach Italien/Griechenland/Deutschland/ … warum denn nicht?
Emotionaler Vorteil: Mit dem Auto nach Italien, das heißt, binnen 5 oder 6 Stunden am Strand sein. Großes Kino! Wie oft hab ich schon morgens um 2 Uhr die schlafenden Kinder ins Auto getragen und bin dem Sonnenaufgang entgegen gefahren. Dieses Roadtrips in den Süden … was liebe ich sie! Fast allein auf der Autobahn (ich fahre NIE Samstag bis Samstag, sondern antizyklisch. Wirkt Wunder gegen Stau.), die schlafenden Kleinen auf der Rückbank, Kilometer für Kilometer den Stress und die Sorgen ein Stück weiter hinter sich lassen.
Der einzige Nachteil: So lange Fahrten sind anstrengend und den versäumten Schlaf holt man dann auch nicht so schnell nach.
Außerdem: Wenn man doch mal Samstag bis Samstag fährt, dauert es 10 Stunden statt 6. Stau ist ganz, ganz böse.

Campingplatz oder Zelten, was ist gut und was nicht?
Vorteile: Das Abenteuerfeeling und der günstige Preis. Zelten ist eine Erfahrung, die jedes Kind (und auch jeder Erwachsene) mal machen sollte.
Nachteil: Es ist viel zu schleppen, nicht sehr komfortabel, bei Schlechtwetter und Kälte ist der Campingurlaub nur mehr halb so lustig.
Campingplatz-Empfehlung für Oberösterreich an dieser Stelle: Camping Mondseeland.

Tagesausflüge – ja, nein, vielleicht?
Vorteil: Man braucht kein Hotel. Man kann sich jeden Tag was anderes anschauen oder was anderes erleben.
Nachteil: Tagesausflüge sind super, aber auch superanstrengend. Meist ist man lang unterwegs – immerhin erfolgen An- und Abreise am selben Tag. Oft erliegt man auch der Versuchung, an diesem einen Tag möglichst viel zu erleben.
Was von Linz gut geht: mit dem Zug zum Tiergarten Schönbrunn in Wien, nach Salzburg ins Haus der Natur, zum Almsee in Gosau mit Abstecher zum Gasthof Schatten. Die haben sogar einen eigene Mini-Sommerrodelbahn für Kinder gebaut.

All Inclusive – wie gut ist das?
Dazu kann ich nichts sagen, hab ich noch nie gemacht.

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Meer, Sand, Ruhe, Wärme, Zeit, Erlebnis – auf all das freue ich mich schon sehr.

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3 Gedanken zu “Let’s make some memories – Warum ich nun doch ganz spontan Urlaub buchte. Einen ziemlich guten.

  1. Ich habe mit Airbnb immer nur gute Erfahrungen gemacht. Ich glaube, wir alle brauchen auch mal eine Auszeit von Abenteuerreisen, vor allem mit Kind, denn die Zeit fordert einen doch sehr. Also einfach mal genießen und verwöhnen lassen, Abenteuer kommen wieder, aber dazu muss man auch Kraft haben.

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