Herbst, du Luder.

Kaum entzieht der Herbst dem Tag die Sonne, ist es, als würde jemand auch bei mir die Versorgung drosseln. Aus der sommerlichen Ich-reiße-Bäume-aus-Energie ist eine Ein-paar-Grashalme-zupfen-tuts-auch-Energie geworden. Ich bin auf Halbmast.
Wenn ich aufstehe, ist es finster. Wenn ich die Kinder ins Bett bringe, ist es finster. Zwischen den Finsternissen regnet es. Ich friere trotz Jacke. Selbst meine Haare sind unmotiviert.

Dagegen kann man so viel positiv denken bis man Regenbögen hustet, einige Seelen haben halt einfach Anpassungsschwierigkeiten an die zweite Jahreshälfte. Es soll sogar Menschen geben, bei denen endet die Akklimatisierung in einer fetten Depression.
Bei mir zum Glück nicht. Ich könnte schon wieder Bäume ausreißen –
Was ich gestern auch in ähnlich Weise getan habe. Ich habe Brennholz eingeschlichtet.

Dennoch. Ich brauche immer ein Weilchen, bis ich der Vorstellung in beigen Übergröße-Wollsocken auf dem Sofa zu liegend, in eine Plüschdecke eingewickelt, ein heißes Häferl Früchtetee umklammernd, kuschelnd neben dem Kaminfeuer hachzend, etwas abgewinnen kann. Ich vermisse immer erst den Sommer noch so richtig, ehe ich mich dann fast volée dem Weihnachtskitsch hingebe. Um dann im Jänner erneut einer Niedergeschlagenheit, der Winterdepression, zu verfallen.
Im April ist es dann aber gut.

 

 

3 Gedanken zu “Herbst, du Luder.

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