Podcast-Running

Wenn ich versuche ein Buch zu lesen, schaffe ich gerade den ersten Satz, dann fragt die Tochter: „Was machst du da?“
Ich: „Ich lese ein Buch. Zumindest versuche ich es.“
Sie: „Was liest du gerade? Liest du hier oder da oder da?“ (Dabei deutet sie mit ihrem Finger in die Mitte des Buches, rechts unten hin und links oben.)
Ich: „Wenn du deine Hand nicht vor meinem Buch hättest, würde ich hier lesen.“ (Ich deute auf die betreffende Stelle.)
Sie: (Stille)
Sie (36 Sekunden später): „Mama, holst du mir noch was zu trinken bitte?“
Ich: (tue ihr den Gefallen)
Sie: „Spielen wir was?“
Ich: „Schatz, wir waren gerade im Tierpark, am Spielplatz und wir haben Uno gespielt. Ich möchte jetzt ein bisschen lesen und du spielst alleine. Du könntest etwas zeichnen.“
Sie (überreicht mir keine 2 Minuten später ein schnelles Kunstwerk): „Mama, für dich.“
Ich: „Oh, das ist aber hübsch. Danke! Machst du der Oma auch so eines?“
Sie: (überreicht mir wieder keine 2 Minuten später eine schnelle Kopie vom schnellen Kunstwerk)
Ich: „Toll gemacht! Lässt du mich jetzt noch ein paar Seiten lesen?“
Sie (knurrt): „Hach, du willst  i m m e r  nur lesen.“

So wird das nichts.

Und dann habe ich Podcasts entdeckt.

Schon klar, schon klar, Podcasts sind fürwahr keine neue Erfindung. Sie sind ein alter Hut. Fast retro. Aber ich erkenne eben erst jetzt ihre Vorzüge für mich. Podcasts bedeutet Lesen mit den Ohren. Ich hab dabei beide Hände und die Beine frei. Ich kann jetzt mit Texten Autofahren und Laufen gehen.
Meine Einstiegsdroge war „A Mindful Mess“ von Dariadaria.
Ich habe ihren Blog nie gelesen. Aber ihre Blog-Stimme ist eine, der ich stundenlang zuhören kann. Inhaltlich schwankt es zwischen sehr interessant und sehr Ich-bezogen. Darum hab ich mich nach ein paar Folgen nach Alternativen umgehört.
Folge 10 „Ich kann keine Orgasmus beim Sex haben.“ kann ich sehr empfehlen. – Nicht, dass ich ein ähnliches Problem hätte, aber wie offen Diarias Interview-Gast Uli über ihre Sexualität spricht, hat mich beeindruckt.

„Servus Grüezi Hallo“ von Die Zeit online.
Ich hab viel über die Unterschiede zwischen Deutschen, Österreichern und Schweizern gelernt. Ganz abseits ausgetretener Klischees.

Im Moment hör ich „Hotel Matze“.
Er selbst leitet jede Folge etwa so ein: „Im neuen Interview-Podcast treffe ich mich regelmässig mit schlauen, smarten und spannenden Menschen und versucht mehr über sie zu erfahren. Sie sprechen über ihre Geschichte, über Erfolge und Misserfolge, über Einflüsse und Entscheidungen. Was treibt sie an, worüber lachen sie und wie sieht ihr Alltag aus?“
Matze Hielscher hat inspirierende Gäste und stellt tolle Fragen. Es dreht sich viel um Management, Führung und Business.

Jetzt interessiert mich natürlich, was hier hört.
Für Tipps bin ich ganz offen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.