160 Hours London, 8 hours Brighton

Hello again. Wir sind back from dem UK, ein kleiner Brexit sozusagen.
Dabei wären wir gern da geblieben. Was soll ich sagen? London ist … amazing. Wir haben die Stadt erkundet, waren am Meer, haben Englisch gesprochen – mit Mund, Armen und Beinen –, haben die beiden Airbnb-Jack-Russels Matilda und Dexter beinahe müde gestreichelt und so viele Eindrücke mitgenommen, dass wir sie jetzt erstmal Stück für Stück aus dem Koffer fischen und reflektieren mussten.

Tony und Joe.
Seit meiner ersten Airbnb-Erfahrung war ich erst einmal wieder in einem Hotel. War schön, aber Airbnb find ich schöner. Es ist ein Zuhause in einer fremden Stadt. Du wohnst bei Menschen, die dir einen Schirm leihen, wenn’s regnet und die wissen, wo’s die besten Pfannkuchen der Stadt gibt. Natürlich ist da immer eine gewisse Aufregung, die erst abfällt, sobald ich meinen Host gegenüber stehe und spüre, dass dieser Mensch absolut okay ist. An der Aufregung davor können wohl auch zig positive Bewertungen nichts ändern. Aber am Ende habe ich es nie bereut.
Unsere Gastgeber haben ein kleines Stadthäuschen in Stockwell, wenige U-Bahn-Stationen vom pulsierenden Stadtkern entfernt. Tony empfing uns spät abends Blumen spritzend vorm Haus. Er servierte uns erstmal ein glas Wasser mit Eis auf seiner Terrasse, trug die Kofferr für uns in die Zimmer (mit superweichen Betten und Regendusche <3) und mahnte uns: „Relax! It’s your holiday.“
Tony hat uns jeden Morgen gefragt wie wir geschlafen haben, was wir vorhaben und uns dann Tipps für die Unternehmung gegeben. So wussten wir genau, worauf wir aufpassen mussten, was wir nicht verpassen durften und wo’s das beste Essen gab. Gerade das mit dem guten Essen ist in London wesentlich.
Übrigens: Wer Tonys Adresse haben will, ist eingeladen mich anzuschreiben. Ich empfehle ihn sehr gerne weiter.

DSC_4418

Viel kostenloses Kinderprogramm.
Vor unserer Reise haben uns alle unisono gewarnt: London ist teuer.
Stimmt nicht ganz! Einerseits ist der Wechselkurs gerade ziemlich gut, zweitens ist London günstig, wenn man die richtigen Orte besucht. Wusstet ihr, dass die Museen ist London keinen Eintritt verlangen? Ja, tatsächlich. Ob Tate Britain, Tate Modern, National History Museum, V&A Museum, … alle sind „free of charge“. Meist gibt es dann einzelnen Sonderausstellungen, für die man Eintritt bezahlt – aber keine Sorge, der Rest des Museums ist groß und überwältigend genug. Gerade mit Kinder bräuchte man wahrscheinlich Tage um wirklich alles ausgiebig zu sehen.

Während der Sommerferien bietet London sehr viele Familienevents, die größtenteils kostenlos sind. Das Southbank Center bietet von Theater bis Disko verschiedenstes und auch in der Nähe der Tower Bridge gibt’s einiges. Zum Beispiel einen gut besuchten Springbrunnen, zu dem die Londoner Familien, wohlwissend mit Handtüchern ausgerüstet, hinpilgern.

Ich war mit zwei Kindern unterwegs, deren Interessen nicht unterschiedlicher sein könnten. Der 13-Jährige denkt ans Shoppen, die 5-Jährige an Spielplätze und Plantschen. Trotzdem sind wir alle auf unsere Kosten gekommen. Wir haben das Programm bunt gemixt und klassische Touristenattraktionen weitgehend ausgelassen. Ich selbst hab das bei früheren London-Trips schon abgeklappert und die Kinder können es sich ja ansehen, wenn sie erwachsen sind. Fixpunkte waren nur der Buckingham Palace, die Houses of Parliament mit dem (verhüllten) Big Ben und die Tower Bridge. Daran sind wir mit einem Eis vorbeigeschlendert.

DSC_4522
Unschwer zu erkennen: The Tower Bridge.
NMS_4651
Der Eintritt ins Natural History Museum ist frei, darum sind da so viele Menschen.

London ist das New York Europas. 
„Whoever lives in London is a Londoner. No matter where he or she came from“, hat Tony in Worte gefasst, was ab unserem ersten Tag hier spürbar war. London ist offen, liberal, bunt, schwul, lesbisch, libanesisch, afrikanisch, alles eben. Es ist total egal was und wie du bist. Natürlich mag der Eindruck nach einer Woche London schöngefärbt sein, von Urlaubsgefühlen, Sommer und so. Aber im Kern muss es wahr sein. London ist das, was viele von uns sich auch für hier wünschen. Doch von der Offenheit Londons sind wir meilenweit entfernt.

London ist höflich, zuvorkommend und korrekt.
Hier wird sich entschuldigt als wäre es ein Volkssport. Lieber mal ein Sorry zu viel raushauen als eines zu wenig. Kommt man einem Bein auf 2 Centimeter nahe, wird sich zur Sicherheit schon mal entschuldigt. Immerhin wäre man beinahe drauf gestiegen.

Der Gag „zwei Londoner bilden automatisch eine Schlange“ mag überholt sein. Zumindest an den Bushaltestellen. Aber überall sonst wird immer noch nicht gedrängelt. „Is this the end of the queue?“ haben wir unzählige Mal gefragt und uns brav angestellt. 1,5 Stunden war übrigens unsere längest Wartezeit. Vorm Store einer hippen Skaterbrand.

London ist Nieselregen und heiß.
London hat kaum Freibäder und kaum Klimaanlagen. Beides hat man hier nie gebraucht. Der Klimawandel hat in den letzten Jahren Hochsommer mit 30 Grad und darüber beschert. Wir haben es live erlebt. Beides. 🙂 Innerhalb von einer Woche.
Auch wenn die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs keine Erlebnis Open Air Bäder hat, wie wir es in Österreich  gewöhnt sind, England hat als Insel Anbindungen zum Meer. Die vielleicht bekannteste: Brighton.

Mit dem Zug ist man innerhalb von nicht einmal einer Stunde dort. Vom Bahnhof aus kann man das Meer fast riechen. Man schlendert einfach geradeaus. Dann kann man am Rummelplatz-Pier rummeln oder ins Meer baden gehen, wenn man’s so wunderbar erwischt wie wir. Am Strand entlang werden Austern, Fish and Chips und andere Meeresfrüchte verkauft.

DSC_4474
Der Skeleton-Pier in Brighton. Bei 35 Grad im Schatten.

 

 

 

 

 

Advertisements