Mitte Dreißig.

Hellö zurück. Die letzten 1,5 Wochen hab ich krankheitsmäßig alles nachgeholt, mit dem ich mich jahrelang gerühmt habe, es nicht zu haben. Fieber, Ohrenentzündung, Halsentzündung, Schnupfen, Husten … ach! Ich doch nicht! Keine Zeit zum Kranksein. Immer busy. Immer total fit. Meine Immunabwehr ist voll in ihrer Mitte.

Moar. Ja. Ähm. Das hat letztes Jahr gut funktioniert. Dieses Jahr suche ich noch nach meiner Form. Der Winter ist zu lang. Oder mein Immunsystem zu kurz. Vielleicht haben die Kinder auch einfach zu viele Viren zum Essen eingeladen. Vielleicht gibt es keinen Grund und es ist einfach so. Ich bin fit wie ein ausgelatschter Turnschuh. Vielleicht werde ich vorübergehend alt. Ich bin einfach schon viel zu lange dreißig.

Wenn deine Prerolls auf YouTube nicht mehr für Schwangerschaftstests sondern für Menopausenprodukte werben.

Für mich war das Alter immer so weit weg. Alt sein, das ist etwas für Onkeln, Tanten und die eigenen Eltern. Ich war doch gerade noch ein Kind. Jetzt habe ich das Gefühl, das Alter es steht morgens an meinem Bett, mit großen Augen in tiefen Augenhöhlen über mich gebeugt und schreit: Buh!, wenn mein Wecker läutet. Dann betrachtet es mich, wie ich mich im Spiegel betrachte und lacht hämisch. Diese Falten da, die gehören jetzt zu mir. Die Frau, deren Kind gerade den Mopedführerschein macht, die bin ich. Die, die sagt: „Ich bin Texterin, seit 20 Jahren.“, die bin auch ich. Und ich bin die, der man empfiehlt langsam ihre erste Mammographie zu machen.

Ich werde am Sonntag 39.

Ein Jahr noch. Dann beginnt ein neues Jahrzehnt. Aber der Übergang ist fließend. Und eigentlich sollten wir es dabei belassen zu werden. Wir werden. Wie sind vielleicht 5 Jahre alt oder 90 oder 39. Aber in erster Linie sind wir ein Mensch, der wird.

Wie werden klüger. Wir werden erfahrener. Werden mutiger, ruhiger, weiser, verrückter, lauter, leiser, schöner, vertrauter, faltiger, weißer, wissender.

Solange wer werden und nicht jemanden bleiben, ist alles richtig so. Denke ich zumindest. Ich bin doch erst am Werden …

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