März 2.0 – Oder: Was lässt uns Krisen gut überstehen?

Da wären wir wieder. Tschüss Schule, baba Büro, arrivederci soziale Kontakte. Hello again Schlafzimmer-Büro, Unterricht am Küchentisch und Waldspaziergänge. Der zweite März des Jahres ist da. 

In unserer Familie lässt sich bereits eine gewisse Lockdown-Routine feststellen. Meine Tochter (7) bekam die Pressekonferenz am Samstag aus dem Augenwinkel mit. Auf einmal bemerkte sie freudig: „Juhu, das heißt wieder Lernen mit Papa. Und Mama, machst du mir wieder einen Corona-Stundenplan?“ Sie freut sich auf alles, was sie aus dem letzten März angenehm in Erinnerung behalten hat. Auch der Große jubelt. Er schaut den kleinen Freuden entgegen: in der großen Pause zum Supermarkt auf einen Energydrink. Die großen Freuden (Garagenpartys, überhaupt Parties, Freunde treffen) – hat er offensichtlich schon vergessen. Oder sind meine Kinder einfach nur beneidenswert resilient?

Ich selbst brauch gerade noch ein bisschen.
Ich ackere gedanklich durch, wie wir die nächsten Wochen gebacken bekommen. Ich meine, mit Betreuung, Schule, Arbeit, Pflege der Angehörigen und so. Da sind noch sehr viele Fragezeichen. Und zwischen denen und dem Start des zweiten Lockdowns liegt gerade mal ein einziger (!) Werktag. Ich sehe es schon voraus: Wir werden den Betreuungsbedarf für unsere Tochter bekannt geben müssen, noch bevor wir unsere Dienstpläne kennen.

Mit welchen Strategien kommen wir besser durch die Krise?

Soziale Kontakte

Selbst jetzt, obwohl wir soziale Kontakte einschränken müssen, sind Familie, Freunde, Kollegen, Nachbarn, Freizeitpartner, die Eltern der Schulfreunde und viele mehr ganz wichtig. Jeder Austausch fördert unsere psychische Gesundheit. Ob telefonisch, als Brief, Message, Online Meeting oder als Gespräch über den Zaun. Reden hilft.
Wir Menschen sind soziale Wesen, das sollten meiner Meinung nach die Mathematiker und Forscher, die Ausgangsbeschränkungen empfehlen, nicht vergessen. Ich finde es zum Beispiel toll, dass es bei diesem Lockdown diese eine Bezugsperson außerhalb des eigenen Haushalts gibt, die man trotzdem treffen kann.

Neubewertung einer Katastrophe

In belastenden Situationen neigt unser Kopf zum Katastrophisieren. Wir blenden alles Gute aus und sehen nur noch das Schlechte. Wir verzerren die Tatsachen zum Negativen.
Jetzt hilft es, die Situation neu zu bewerten. Ich trete dazu gedanklich immer ein paar Schritte zurück und stelle mir vor, ich würde die Lage als Außenstehende, als beste Freundin, beobachten. Danach frage ich mich (als Alter Ego meiner gedanklichen besten Freundin): Welche Möglichkeiten und Fähigkeiten habe ich, die mir jetzt helfen? Wen könnte ich bitten, mir zu helfen?

Danach habe ich so etwas wie einen Plan. Und aus dem bösen Wolf (die Katastrophe) ist ein böses Kätzchen geworden (das Kataströphchen). 

Selbstwirksamkeit

Den Begriff hört man oft. Frei übersetzt bedeutet Selbstwirksamkeit die Kontrolle über sein Leben zu haben. Wer das Gefühl hat, die Fäden selbst in der Hand zu haben, der ist widerstandsfähiger bei und gegen Stress. Selbstverständlich kann man nicht alles kontrollieren – eine Pandemie oder eine Krebserkrankung zum Beispiel machen was sie wollen – aber es gibt selbst dann Dinge im Leben, über die man selbst entscheidet. 

Krisen als Trainingslager verstehen

Negative Situation nicht vermeiden, sondern aushalten. Belastende Ereignisse bzw. der Umgang mit diesen trainiert uns. Solange sie nicht überhand nehmen. 

Posttraumatische Reifung = gestärkt aus Krisen gehen.

Zuversichtlich sein.

Jede Krise hat einen Anfang, ein Ende und das Wichtigste: ein Danach.
Oft denke ich zum Beispiel an den nächsten Sommer, in dem ich ans Meer fahren werden. Ich sehe mich am Stand, im Meer, im Café. Ich sehe mich Menschen umarmen und Parties feiern. Die Krise mit Ablaufdatum zu sehen, macht sie plötzlich viel erträglicher.

Pflege deinen Tempel!

Dieser Tipp passt immer, oder? Ein gesunder Geist wohnt gern in einem gesunden Körper. Jetzt gilt’s auf seine Entspannung zu achten, Bewegung und Sport zu machen, genügend zu schlafen, gut zu Essen, wenig Alkohol zu trinken und ab und zu Lippenstift* aufzutragen.
*Du weißt, wie ich’s meine.

Quelle: Der Standard Podcast „Besser leben“

Mehr über diesen Podcast: hier

Stay positive. Stay negative. Stay weired.

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