Februarmärzschnipsel

Hab doch tatsächlich gleich im zweiten Monat des Jahres das Destillat des Monats vergessen. Also hole ich es hiermit nach. Schon allein deshalb um den Negativnachrichtenanteil hier am Blog wieder in eine fröhlichere Richtung zu schieben. Also gut, der Februar.

Mitte Februar endete der 367ste Lockdown und die Kinder kehrten in die Schule zurück. In unserer Volksschule gab es soviel elterlichen Widerstand gegen die Nasebohrertests, dass einige Schüler auch heute, Mitte April, noch Heimunterricht machen und seit Weihnachten nicht mehr in der Klasse waren. Am Anfang wurde versucht die Klassengemeinschaft auf eine Seite zu ziehen („Die Regierung ist böööse!“), aber ich hab mich da schnell ausgeklinkt. Ich habe eine klare Meinung und diskutiere auch gerne darüber. Aber nicht 24/7 in WhatsApp Gruppen. Als ich Ingrid Brodnings „Einspruch“ beim Buchhändler im Regal sah, hat das total gepasst und ich habe es gekauft. Gekauft und gelesen auch. Es gibt einem ein kleines Rüstzeug auf den Weg, wie man mit Menschen reden kann, die felsenfest an Dinge glauben, die nur schwer wahr sein können. Ich sagt nur 5G, Zwangssterilisation und Bill Gates.

Der Februar war ein kleiner April. Wettertechnisch wie launisch. Ich schwanke zwischen voller Energie und voll down. Mein 40. Geburtstag, den wir in den schneebedeckten Bergen bei kitschigem Sonnenschein feiern (zu zweit nur, everyone knows why), gehört zu den guten Tagen. Im Vorfeld hadere ich oft damit, dass mein 40er auf Corona fällt. Ich wollte doch groß feiern. Am Ende nehme ich es wie es kommt und finde es gut wie es ist.

Der März ist dann immer noch ein April. Es ist mal kalt, mal warm. Unsere Mütter sind mal im Krankenhaus, mal daheim. Die Schule hat mal auf, mal gehen sie auf Distanz. Mal sind 2 Schularbeiten in der Oberstufe erlaubt, dann doch nur eine. Uns fehlt allen die Perspektive und dann feiert die Pandemie auch noch ihren ersten Geburtstag. Der Scheiß hängt sich langsam echt an. Es fällt zunehmend schwerer, sich aufzurappeln und voll gut drauf zu sein. Es fehlt etwas, worauf man sich richtig freuen könnte. Wie ein gebuchter Sommerurlaub. Oder ein fixes Konzert mit Freunden. Aber es bleibt alles vage.

Was gut ist, weil er sich so darüber freut: Unser Sohn macht den Führerschein. Für ihn ist das so aufregend wie für uns damals. Und für uns ist es auch jetzt wieder aufregend. Immerhin stehen uns 3.000 km mit einem Jugendlichen ohne Führerschein am Steuer bevor. Das kann heiter werden. Aber heiter ist eh das, das grad am meisten fehlt.

Zum Schluss muss ich euch noch das Buch weiterempfehlen, das ich im März gehört habe: Just like you von Nick Hornby. Viel, viel besser als Don‘t Feed The Bears von einer Frau Elliot, glaub ich. Das ist stellenweise auch gut, aber kein Vergleich zum neuen Hornby. Also gut. Auf in den nächsten April!

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