Was ich gerade lese.

Ende in Sicht“ von Ronja von Rönne

5 Jahre habe ich nach ihrem Buch „Wir kommen“ auf dieses hier gewartet. Fast so intensiv wie die Autorin selbst. Ich glaube, Ronja von Rönne hat sich dieses Buch abgetrotzt. Sie macht kein Geheimnis aus ihrer Depression und damit, wie ihr Leben deshalb mehr Umwege macht.
In „Ende in Sicht“ kreuzen sich die Wege von zwei Frauen, die ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Juli ist fast noch ein Kind, Hella schon lang nicht mehr. Juli ist depressiv. Hella hatte bereits einige Highlights in ihrem Leben und im Moment offensichtlich keine Perspektiven mehr. Als Juli von einer Brücke springt und Hella vors Auto fällt, bringt diese sie ins Krankenhaus. Danach folgt ein Roadtrip der beiden durch Deutschland, der die Frauen einander näher bringt und sie erstmal von ihren Plänen entfernt. Doch ist das wirklich das Ende vom Lied?
Ein schön erzählter Roman. Lange nicht so bedrückend, wie man nach der Inhaltsangabe vermuten möchte. Ronja von Rönne scheint gereift zu sein.
Wer mehr über das Buch und Ronja hören will, sie war gerade wieder zu Gast im Hotel Matze.

„Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“ von Benjamin Maack

Fuck. Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, Fuck, schreibt Benjamin Maack in seinem Buch einmal über mindestens 5 Seiten. Davor und danach gibt es sehr viele sehr gute und sehr schonungslos ehrliche Notizen, wie sich Depressionen anfühlen. Der Autor lässt uns ganz tief in den dunklen, schwarzen Schlund des Monsters namens Suizidgedanken, Selbsthass, Klinikaufenthalt, Geschlossene oder Gefühlstaubheit blicken. Manchmal musste ich schmunzeln, manchmal musste ich das Buch weglegen, weil es mich so berührt hat.
Ronja von Rönne hat dieses Buch mit dem Beisatz, es sei jenes, das Depression für sie am greifbarsten schildert, empfohlen. Ich bin dankbar, das nicht aus eigener Erfahrung beurteilen zu können. Maacks Erlebnisse sind ganz, ganz, gaaaaanz weit entfernt von ein paar schlechten Wochen oder einer leichten Depression.

Löwenherz“ von Monika Helfer

Nach „Die Bagage“ und „Vati“ schließt Monika Helfer die Trilogie ihrer Familiengeschichte. Diesmal erzählt sie die Geschichte ihres Bruders Richard, der nie große Lust am Leben hatte. Dass sich Richard das Leben nimmt, enthält sie Lesenden nicht allzu lang vor. Worum es wirklich geht und ging schreibt Helfer so auf, als dürfte man ihr beim Nachdenken zuhören. Den meinten Inhalt verstaut die Österreicherin zwischen ihren Worten und Sätzen. Große Literatur.

„Dummheit“ von Heidi Kastner

„Dummheit ist nicht das Gegenteil von Intelligenz“, macht die Psychiaterin gleich zu Beginn klar und versucht sich in dem Buch einer Definition von Dummheit zu nähern. Das grüne Büchlein aus einer ständig wachsenden Reihe (ebenfalls erschienen: Angst, Heimat, Offenheit, …) gibt einen kurzen und guten Überblick über Dummheit und Intelligenz. Regt zum Nachdenken an. Bewahrt vor Dummheiten. Insgesamt für meinen Geschmack aber einfach zu kurz gefasst.

Meine Güte, erst jetzt merke ich, dass ich mich mit ziemlich schwerem Tobak beschäftige. Zur Abwechslung liegt jetzt ein Buch aus dem Antiquariat am Tisch. „Hässlichkeit verkauft sich schlecht“ von Raymond Loewy. Mehr dazu beim nächsten Mal.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.